Pesto alla siciliana mit Ricotta einfach zubereiten

Anna Sauer .

26. April 2026

Pesto alla Siciliana in einer Tonschale, garniert mit Basilikum. Daneben Ricotta, Tomaten, Mandeln und Knoblauch.

Eine cremige, frische Pastasauce mit reifen Tomaten, Basilikum und Ricotta bringt den Geschmack Siziliens erstaunlich schnell auf den Teller. Ich zeige, wodurch diese regionale Pesto-Variante geprägt ist, wie sie gelingt, welche Zutaten wirklich entscheidend sind und warum die traditionelle Version aus Trapani nicht ganz dasselbe ist wie die moderne Ricotta-Creme.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Grundcharakter: frische Tomaten, Basilikum, Mandeln oder Pinienkerne, Olivenöl und oft Ricotta.
  • Zubereitungszeit: etwa 20 Minuten, ohne langes Kochen der Sauce.
  • Für vier Personen: ungefähr 500 g Tomaten, 150 g Ricotta und 50 g Mandeln.
  • Wichtigster Fehler: Die Sauce darf nicht stark erhitzt werden, sonst verliert sie Frische und kann ausflocken.
  • Traditionelle Abgrenzung: Die Variante aus Trapani wird klassisch mit Tomaten, Mandeln, Knoblauch und Basilikum zubereitet, meist ohne Ricotta.

Pesto alla Siciliana mit Ricotta in einer weißen Schüssel, bereit zum Genießen.

Was die sizilianische Variante so besonders macht

Unter pesto alla siciliana versteht man meist eine kalte, cremige Sauce aus Sizilien, die deutlich fruchtiger und milder schmeckt als das bekannte Pesto alla Genovese. Tomaten geben ihr Farbe und Süße, während Ricotta für eine weiche Textur sorgt und Mandeln oder Pinienkerne einen nussigen Gegenpol bilden.

Ich finde gerade diese Mischung überzeugend, weil sie nicht nur nach Basilikum schmeckt. Die Sauce wirkt mediterran, aber nicht schwer, und passt deshalb sowohl zu einem schnellen Abendessen als auch zu einem sommerlichen Menü. Entscheidend ist, dass die Tomaten aromatisch sind. Wässrige Ware aus dem Kühlschrank kann selbst mit guten Gewürzen nur schwer eine intensive Sauce ergeben.

Eine Bezeichnung mit zwei kulinarischen Bedeutungen

Die Namen werden außerhalb Siziliens nicht immer einheitlich verwendet. In vielen modernen Rezepten steht die Bezeichnung für eine Tomaten-Ricotta-Sauce mit Basilikum und Parmesan. In der Provinz Trapani ist dagegen der rohe Mandel-Tomaten-Pesto gemeint, der traditionell mit Busiate serviert wird.

Diese Trapaneser Variante wird auch mit dem sizilianischen Ausdruck pasta cull’agghia verbunden. Die regionale Dokumentation der Insel führt Busiate mit Pesto aus geschälten Tomaten, Knoblauch, Mandeln, Basilikum und Olivenöl als traditionelle Spezialität. Ricotta gehört dort nicht zwingend zur klassischen Zusammensetzung. Für die Küche zu Hause sind deshalb beide Formen sinnvoll, solange man sie nicht als völlig identisches Rezept ausgibt.

Die richtigen Zutaten für vier Personen

Für eine cremige, alltagstaugliche Version rechne ich mit den folgenden Mengen. Sie ergeben ungefähr 450 bis 550 g Sauce, je nachdem, wie saftig die Tomaten sind.

Zutat Menge Worauf es ankommt
Reife Tomaten 500 g aromatisch, fest und möglichst wenig wässrig
Ricotta 150 g gut abgetropft, aus Kuh- oder Schafsmilch
Mandeln 50 g geschält und kurz angeröstet
Basilikum 1 kleiner Bund frische Blätter, keine dicken Stiele
Parmesan oder sizilianischer Pecorino 50 bis 70 g frisch gerieben und nicht zu dominant
Natives Olivenöl extra 80 bis 100 ml fruchtig, aber nicht bitter
Knoblauch 1 kleine Zehe Keim entfernen, wenn der Geschmack milder sein soll
Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack erst am Ende vollständig abschmecken

Ricotta ist der größte Unterschied zur Trapaneser Grundidee. Er macht die Sauce runder und heller, nimmt ihr aber auch etwas von der klaren Knoblauch-Mandel-Note. Wer eine kräftigere, ursprünglichere Richtung bevorzugt, ersetzt den Ricotta durch zusätzliche Mandeln und etwas Pecorino.

Bei den Tomaten funktionieren reife Rispentomaten, San-Marzano-Tomaten oder aromatische Datteltomaten. Im Winter nehme ich lieber hochwertige Dosentomaten und lasse sie gut abtropfen, statt geschmacklose frische Tomaten zu verwenden. Das ist kein dogmatischer Bruch, sondern schlicht die bessere Entscheidung für das Ergebnis.

So gelingt die Sauce ohne unnötige Arbeit

Die Zubereitung dauert ungefähr 20 Minuten. Ich bereite die Sauce grundsätzlich vor dem Kochen der Pasta zu, damit sie kurz ruhen kann und sich die Aromen verbinden.

  1. Tomaten vorbereiten: Tomaten oben kreuzweise einritzen, etwa 30 bis 60 Sekunden in kochendes Wasser geben und anschließend häuten. Kerne und überschüssige Flüssigkeit entfernen.
  2. Mandeln rösten: Mandeln ohne Öl bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten bewegen, bis sie duften. Sie sollten nicht dunkel werden, denn Bitterkeit lässt sich später kaum ausgleichen.
  3. Grundmasse mixen: Tomaten, Basilikum, Mandeln und Knoblauch kurz pürieren. Ich arbeite lieber in kurzen Intervallen, damit sich die Zutaten nicht erwärmen.
  4. Cremigkeit herstellen: Ricotta, Käse und Olivenöl zugeben und nur so lange mixen, bis eine grobe, cremige Struktur entsteht.
  5. Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei Bedarf mit 2 bis 4 Esslöffeln stärkehaltigem Nudelwasser verdünnen.
  6. Mit Pasta verbinden: Die abgegossenen Nudeln direkt mit der kalten Sauce vermengen. Die Restwärme der Pasta reicht aus, um sie angenehm temperiert zu servieren.

Ein Standmixer ergibt eine besonders glatte Creme, während ein Mörser oder ein kleiner Zerkleinerer mehr Struktur lässt. Ich bevorzuge eine leicht körnige Konsistenz, weil Mandeln und Basilikum dann deutlicher wahrnehmbar bleiben. Wird alles zu lange püriert, entsteht zwar eine glatte Sauce, aber oft auch ein etwas flacher Geschmack.

Die Trapaneser Zubereitung ohne Ricotta

Für die traditionellere Richtung nehme ich 500 g geschälte Tomaten, 80 g Mandeln, 1 bis 2 Knoblauchzehen, Basilikum, 80 ml Olivenöl, Salz und schwarzen Pfeffer. Die Zutaten werden im Mörser zerdrückt oder nur grob zerkleinert, sodass die Sauce ihren rustikalen Charakter behält.

Typisch dazu sind Busiate, eine gedrehte, längliche Pasta aus Sizilien. Ihre Oberfläche hält die dicke Sauce besonders gut fest. In Deutschland sind Fusilli, Casarecce oder Gemelli praktische Alternativen, weil ihre Rillen ebenfalls viel Pesto aufnehmen.

Welche Pasta und welche Beilagen wirklich passen

Die cremige Variante braucht Pasta mit etwas Oberfläche. Kurze Formen sind meist besser als sehr glatte Spaghetti, weil die Sauce sonst auf dem Teller liegen bleibt. Für vier Personen genügen 320 bis 400 g Pasta, abhängig davon, ob die Sauce als Hauptgericht oder als Teil eines Menüs serviert wird.

Pastaform Warum sie gut passt Meine Einschätzung
Busiate hält die dicke Sauce in den Windungen am authentischsten
Casarecce nimmt Ricotta-Creme und Nussstücke gut auf beste Alternative im deutschen Supermarkt
Fusilli leicht erhältlich und zuverlässig ideal für ein schnelles Familienessen
Linguine wirken feiner, brauchen aber eine dünnere Sauce gut mit zusätzlichem Nudelwasser

Auch auf geröstetem Sauerteigbrot, zu gegrilltem Gemüse oder als Sauce zu gebratenem Fisch funktioniert die Creme. Ich würde sie allerdings nicht mit vielen weiteren kräftigen Zutaten überladen. Gegrillte Zucchini, Aubergine oder Garnelen reichen völlig aus, um daraus ein vollständiges Gericht zu machen.

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Ein passender Wein aus Italien

Die Kombination aus Tomate, Ricotta und Olivenöl verlangt nach Frische. Ein trockener Grillo aus Sizilien passt besonders gut, weil seine Säure die cremige Sauce ausbalanciert und seine mediterranen Aromen das Basilikum aufgreifen.

Alternativ funktionieren ein leichter, trockener Weißwein wie Vermentino oder ein junger Rosé. Von sehr holzbetonten oder alkoholreichen Weinen rate ich ab. Sie machen die frische Sauce schnell schwer und lassen die Tomate weniger klar wirken.

Moderne Variante und traditionelle Version im Vergleich

Wer ein Rezept auswählt, sollte zuerst entscheiden, welche Stilrichtung auf den Tisch kommen soll. Die Ricotta-Version ist weicher und gefälliger, während die Trapaneser Form intensiver nach Knoblauch, Mandeln und roher Tomate schmeckt.

Merkmal Tomaten-Ricotta-Version Trapaneser Pesto
Textur glatt und cremig rustikal und leicht körnig
Hauptzutat für die Cremigkeit Ricotta Mandeln und Olivenöl
Geschmack mild, frisch und rund kräftig, nussig und knoblauchbetont
Typische Pasta Fusilli, Casarecce oder Linguine Busiate
Geeignet für Familienessen und leichte Sommergerichte ein charaktervolles regionales Menü

Für Einsteiger empfehle ich die Ricotta-Version, weil sie leichter auszubalancieren ist. Wer bereits gern mit kräftigem Knoblauch und nussigen Saucen kocht, sollte die Trapaneser Variante probieren. Beide Zubereitungen sind sinnvoll, solange die Unterschiede bei Zutaten und Textur klar bleiben.

Typische Fehler bei der Zubereitung

Der häufigste Fehler ist zu viel Flüssigkeit. Werden die Tomaten nicht entkernt und nicht abgetropft, wird das Pesto dünn und verbindet sich schlecht mit der Pasta. Eine kleine Menge Nudelwasser kann später helfen, aber sie ersetzt keine aromatischen Tomaten.

  • Zu heiß püriert: Wärme lässt Basilikum dunkler werden und kann die frische Note abschwächen.
  • Ricotta nicht abgetropft: Die Sauce wird wässrig und braucht zu viel Käse zum Ausgleich.
  • Mandeln zu stark geröstet: Schon wenige dunkle Stellen bringen bittere Aromen in die gesamte Masse.
  • Knoblauch überdosiert: Eine große Zehe kann die feinen Tomaten- und Ricottatöne vollständig überdecken.
  • Pesto in der Pfanne gekocht: Die Sauce verliert Frische und kann durch den Käse körnig werden.
  • Pasta nicht ausreichend gesalzen: Die Sauce selbst schmeckt dann oft kräftiger, als sie tatsächlich ist.

Frische Sauce hält sich luftdicht verschlossen im Kühlschrank ungefähr 1 bis 2 Tage. Die Oberfläche sollte mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedeckt sein, damit sie weniger schnell oxidiert. Einfrieren ist möglich, aber Ricotta kann nach dem Auftauen leicht körnig wirken. Für die beste Qualität friere ich lieber die Tomaten-Mandel-Basis ein und rühre den Ricotta erst nach dem Auftauen unter.

So bekommt das Gericht seinen eigenen sizilianischen Charakter

Die beste Sauce entsteht nicht durch möglichst viele Zutaten, sondern durch ein gutes Verhältnis. Ich würde zuerst die Tomaten und das Olivenöl sorgfältig auswählen, dann die Konsistenz mit Nudelwasser korrigieren und erst am Ende über zusätzlichen Käse entscheiden.

Wer mehr Tiefe möchte, kann einige Tropfen Zitronensaft, eine Prise Chiliflocken oder etwas abgeriebene Zitronenschale ergänzen. Das sind moderne Akzente und keine Pflichtbestandteile. Der mediterrane Grundgedanke bleibt erhalten, solange Tomate, Basilikum, Nüsse und Olivenöl geschmacklich im Vordergrund bleiben.

Für ein stimmiges Menü serviere ich die Pasta mit einem trockenen sizilianischen Weißwein, schlichtem Blattsalat und geröstetem Brot. Mehr braucht diese Sauce nicht, denn ihre Stärke liegt in der frischen Verbindung aus Süße, Säure, Nussigkeit und cremiger Textur.

Häufig gestellte Fragen

Die moderne Version enthält Ricotta und wird dadurch heller, milder und cremiger. Das traditionelle Pesto aus Trapani besteht klassisch aus Tomaten, Mandeln, Knoblauch, Basilikum und Olivenöl und wird meist ohne Ricotta zu Busiate serviert.
Für die cremige Variante eignen sich etwa 500 g reife Tomaten, 150 g gut abgetropfter Ricotta, 50 g geschälte Mandeln, ein kleiner Bund Basilikum, 50 bis 70 g Parmesan oder Pecorino und 80 bis 100 ml natives Olivenöl extra. Salz, Pfeffer und eine kleine Knoblauchzehe kommen nach Geschmack hinzu.
Die Tomaten sollten gehäutet, entkernt und von überschüssiger Flüssigkeit befreit werden. Auch der Ricotta muss gut abtropfen. Erst danach wird die Konsistenz bei Bedarf mit 2 bis 4 Esslöffeln stärkehaltigem Nudelwasser angepasst.
Busiate sind besonders authentisch, weil ihre gedrehte Form die dicke Sauce gut festhält. Als Alternativen eignen sich Casarecce, Fusilli oder Gemelli; Linguine funktionieren ebenfalls, wenn die Sauce mit zusätzlichem Nudelwasser etwas dünner gemacht wird.
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Autor Anna Sauer
Anna Sauer
Mein Name ist Anna Sauer und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit der italienischen Küche, dem Wein und dem Aperitivo. Diese Leidenschaft hat mich schon früh gepackt, als ich die Vielfalt und Lebensfreude entdeckte, die gutes Essen und Trinken in Italien ausmachen. Auf ristorante-aldente-nuovo.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen die schönsten Seiten dieser kulinarischen Welt näherzubringen. Ich lege Wert darauf, Ihnen authentische Rezepte und Hintergrundinformationen verständlich aufzubereiten, damit Sie die Aromen Italiens auch zu Hause genießen können. Dabei ist es mir wichtig, stets aktuelle Trends zu verfolgen und die Informationen sorgfältig zu prüfen, damit Sie sich auf nützliche und verlässliche Inhalte verlassen können.
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