Radicchio-Rezept mit Pasta, Gorgonzola und Walnüssen

Anna Sauer .

21. Juni 2026

Orecchiette-Pasta mit Radicchio, ein einfaches italienisches Rezept.

Radicchio bringt eine angenehme Bitternote auf den Teller, wird aber schnell streng, wenn Sorte und Zubereitung nicht zusammenpassen. Für ein italienisches Radicchio-Rezept kombiniere ich ihn deshalb mit cremigem Käse, Walnüssen und etwas Weißwein. Hier finden Sie die passende Warenkunde, genaue Zutatenmengen, eine gelingsichere Zubereitung und sinnvolle Alternativen für Einkauf und Küche.

So gelingt ein ausgewogenes Radicchio-Gericht

  • Radicchio di Chioggia ist für Pasta besonders leicht erhältlich und angenehm kräftig.
  • Für 4 Personen benötigen Sie etwa 500 g Radicchio und 320 g Pasta.
  • Gorgonzola, Parmesan und Walnüsse fangen die natürliche Bitterkeit geschmacklich auf.
  • Ein kurzer Schmorvorgang von 8 bis 10 Minuten macht die Blätter zarter, ohne sie zu verkochen.
  • Im Gemüsefach bleibt frischer Radicchio meist bis zu einer Woche knackig.

Welche Radicchio-Sorte eignet sich für italienische Rezepte

Radicchio gehört zur Familie der Zichorien und stammt aus Italien, besonders bekannt ist die Region Venetien. Die roten Blätter schmecken herb bis bitter und besitzen eine feste Struktur, die sowohl im Salat als auch in warmen Gerichten funktioniert. Ich schätze ihn vor allem deshalb, weil er cremige Saucen aromatisch ausbalanciert und nicht einfach darin verschwindet.

Sorte Aussehen und Geschmack Beste Verwendung
Radicchio di Chioggia Rund, rot-weiß, knackig und deutlich herb Pasta, Risotto, Salat, Ofengerichte
Radicchio di Treviso Länglich, mit festen Rippen und feiner Bitternote Grill, Pfanne, Risotto
Radicchio di Verona Rundlich, kompakt und meist etwas milder Salat und schonende Schmorgerichte
Variegato di Castelfranco Hellgrün bis cremefarben mit roten Sprenkeln, zarter Salat, Antipasti, schnelle Pfannengerichte

Für das folgende Rezept würde ich Chioggia oder Treviso kaufen. Chioggia ist in deutschen Supermärkten meist einfacher zu finden, während Treviso etwas eleganter aussieht und nach dem Braten mehr Biss behält. Sehr milde Varianten sind sinnvoll, wenn Kinder oder Gäste mit Bitterstoffen wenig anfangen können.

Radicchio richtig einkaufen und vorbereiten

Ein guter Kopf fühlt sich fest und schwer für seine Größe an. Die Blätter sollten kräftig gefärbt, nicht glasig oder welk sein, und der Strunk sollte hell aussehen. Braune Schnittstellen, weiche Außenblätter oder muffiger Geruch sprechen dafür, dass der Radicchio schon länger liegt.

Entfernen Sie zuerst die äußeren Blätter und schneiden Sie den Kopf längs in Viertel. Den harten Strunk können Sie keilförmig herausschneiden, allerdings nicht zu großzügig, weil er die Blätter zusammenhält. Für Pasta schneide ich den Radicchio anschließend in etwa 1 Zentimeter breite Streifen und trockne ihn nach dem Waschen gründlich ab.

Die Bitterkeit gehört zum Charakter der Pflanze, lässt sich aber steuern. Ein kurzes Einlegen in lauwarmes Wasser kann die Schärfe etwas abschwächen, nimmt jedoch auch Aroma. Ich bevorzuge die kulinarisch bessere Lösung: Olivenöl, Süße, Säure und Käse miteinander auszubalancieren.

Im Kühlschrank gehört Radicchio in das Gemüsefach, am besten locker in Papier eingeschlagen. Kunststoff ohne Luftaustausch fördert Feuchtigkeit und damit welke oder faulende Stellen. Verarbeiten Sie ihn idealerweise innerhalb von 5 bis 7 Tagen.

Italienisches Radicchio-Rezept mit Pasta, Walnüssen und Gorgonzola

Dieses Gericht ist eine norditalienische Interpretation der Pasta al radicchio. Die Sauce wird nicht schwer, wenn Sie etwas Kochwasser verwenden und den Gorgonzola nur am Ende einarbeiten. Für mich ist das die überzeugendste Zubereitung, weil der Radicchio noch nach Gemüse schmeckt und nicht bloß als roter Farbtupfer dient.

Zutaten für 4 Personen

Zutat Menge
Pasta, zum Beispiel Tagliatelle oder Mezze Maniche 320 g
Radicchio di Chioggia oder Treviso 500 g
Rote Zwiebel oder Schalotten 1 große oder 2 kleine
Natives Olivenöl extra 3 EL
Trockener Weißwein 100 ml
Gorgonzola dolce 120 g
Walnüsse 50 g
Parmesan, frisch gerieben 30 g
Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack

Der Gorgonzola dolce ist milder und cremiger als die pikante Variante. Wer Blauschimmelkäse nicht mag, ersetzt ihn durch 100 g Ricotta und etwas mehr Parmesan. Die Walnüsse sind nicht bloß Dekoration: Ihre leichte Süße und der nussige Geschmack nehmen dem Radicchio die harte Spitze.

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Zubereitung in fünf Schritten

  1. Radicchio vorbereiten, waschen, gut trocknen und in Streifen schneiden. Die Zwiebel fein würfeln und die Walnüsse grob hacken.
  2. Walnüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten rösten. Herausnehmen, sobald sie duften, denn sie verbrennen schnell.
  3. Olivenöl erhitzen, die Zwiebel darin glasig dünsten und den Radicchio hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen und 8 bis 10 Minuten schmoren, bis die Blätter weich, aber nicht matschig sind.
  4. Mit Weißwein ablöschen und ihn fast vollständig einkochen lassen. Währenddessen die Pasta in reichlich Salzwasser bissfest kochen und etwa 150 ml Kochwasser auffangen.
  5. Pasta zum Radicchio geben, mit etwas Kochwasser cremig rühren und den Herd ausschalten. Gorgonzola, Parmesan und Walnüsse unterheben und sofort servieren.

Die Sauce sollte die Pasta nur leicht umhüllen. Wird sie zu fest, helfen 2 bis 4 Esslöffel Kochwasser; mehr Käse macht sie dagegen schnell salzig und schwer. Ich gebe den Radicchio lieber direkt in die Pfanne als in den Backofen, weil sich seine Farbe und sein frischer Geschmack so besser erhalten.

So lässt sich die Bitterkeit fein ausbalancieren

Bitterkeit verschwindet nicht durch eine einzige Zutat, sondern durch ein kleines Zusammenspiel. Fett trägt die Aromen, Säure sorgt für Spannung, Süße rundet ab und Salz macht den Geschmack klarer. Genau deshalb funktionieren bei Radicchio Olivenöl, Weißwein, Käse und geröstete Nüsse so zuverlässig.

Wenn der Radicchio zu bitter wirkt Was hilft
Die Blätter sind roh sehr kräftig 5 Minuten in lauwarmem Wasser einlegen und gut trocknen
Das fertige Gericht schmeckt streng Etwas mehr Olivenöl, Käse oder eine kleine Prise Zucker verwenden
Die Sauce wirkt flach Mit Zitronensaft oder einem Schuss Weißwein auffrischen
Die Blätter sind zu weich Kürzer schmoren und erst am Ende salzen

Eine Prise Zucker ist kein Muss, aber in sehr bitteren Winterköpfen durchaus legitim. Noch eleganter wirkt ein süßer Kontrast durch Birne, Orange oder karamellisierte Zwiebeln. Bei einem kräftigen Gorgonzola würde ich die zusätzliche Süße jedoch sparsam einsetzen, damit das Gericht nicht dessertartig schmeckt.

Welche Varianten wirklich zum Radicchio passen

Die Pasta lässt sich ohne großen Umbau verändern. Für eine vegetarische Version genügt der Käse als Aromaträger; wer Fleisch möchte, kann etwas Speck oder Salsiccia separat anbraten. Ich würde aber nicht mehrere kräftige Zutaten gleichzeitig verwenden, denn Radicchio verliert gegen sehr salzige Wurst und viel Blauschimmelkäse schnell seine Eigenständigkeit.

  • Mit Speck: 100 g gewürfelten Speck zuerst auslassen und die Zwiebel anschließend im Fett dünsten.
  • Mit Salsiccia: 200 g italienische Bratwurst aus der Haut drücken, krümelig braten und erst am Ende unter die Pasta mischen.
  • Vegan: Gorgonzola und Parmesan durch eine pflanzliche Frischkäsealternative, Hefeflocken und zusätzliches Olivenöl ersetzen.
  • Als Risotto: 320 g Carnaroli-Reis verwenden und nach und nach rund 1 Liter heiße Brühe angießen.
  • Als Beilage: Radicchio mit Olivenöl grillen, mit Balsamico beträufeln und mit Parmesan servieren.

Für einen Salat würde ich eher Castelfranco oder einen jungen Chioggia wählen. Die Blätter bleiben roh knackig und harmonieren mit Birne, Orange, Fenchel oder mildem Ziegenkäse. Für warme Gerichte sind die festeren Sorten Treviso und Chioggia die verlässlichere Wahl.

Der kleine Einkaufstipp, der den größten Unterschied macht

Planen Sie pro Person etwa 120 bis 150 g geputzten Radicchio ein, wenn er die Hauptrolle im Gericht spielt. Kaufen Sie lieber einen festen, kleineren Kopf als einen großen mit welken Außenblättern. Ein trockener italienischer Weißwein, gutes Olivenöl und frisch geriebener Parmesan sind bei diesem einfachen Rezept wichtiger als eine lange Gewürzliste.

Mein unkomplizierter Favorit bleibt die Kombination aus Radicchio, Pasta, Walnüssen und mildem Gorgonzola. Sie zeigt, was gute italienische Küche ausmacht: wenige Zutaten, klare Gegensätze und ein kurzer Garprozess, der aus einer kräftigen Bitternote ein rundes, alltagstaugliches Gericht macht.

Häufig gestellte Fragen

Radicchio di Chioggia ist leicht erhältlich und angenehm kräftig. Treviso behält beim Braten mehr Biss und wirkt etwas eleganter. Sehr milde Sorten eignen sich, wenn Gäste Bitterstoffe weniger mögen.
Für vier Personen benötigen Sie 500 g Radicchio und 320 g Pasta. Zusätzlich kommen unter anderem 120 g Gorgonzola dolce, 50 g Walnüsse, 30 g Parmesan und 100 ml trockener Weißwein in die Sauce.
Olivenöl, Weißwein, Käse und geröstete Walnüsse balancieren die Bitternote aus. Bei besonders kräftigen Blättern helfen außerdem 5 Minuten in lauwarmem Wasser, eine kleine Prise Zucker oder etwas mehr Käse und Olivenöl.
Schmoren Sie den Radicchio 8 bis 10 Minuten und löschen Sie ihn mit Weißwein ab. Fangen Sie etwa 150 ml Pastawasser auf und rühren Sie die Pasta damit cremig. Gorgonzola, Parmesan und Walnüsse werden erst bei ausgeschaltetem Herd untergehoben.
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Autor Anna Sauer
Anna Sauer
Mein Name ist Anna Sauer und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit der italienischen Küche, dem Wein und dem Aperitivo. Diese Leidenschaft hat mich schon früh gepackt, als ich die Vielfalt und Lebensfreude entdeckte, die gutes Essen und Trinken in Italien ausmachen. Auf ristorante-aldente-nuovo.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen die schönsten Seiten dieser kulinarischen Welt näherzubringen. Ich lege Wert darauf, Ihnen authentische Rezepte und Hintergrundinformationen verständlich aufzubereiten, damit Sie die Aromen Italiens auch zu Hause genießen können. Dabei ist es mir wichtig, stets aktuelle Trends zu verfolgen und die Informationen sorgfältig zu prüfen, damit Sie sich auf nützliche und verlässliche Inhalte verlassen können.
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