Eine gute Portion Gnocchetti Sardi lebt von zwei Dingen: einem elastischen Teig aus Hartweizengrieß und einer Sauce, die sich in den kleinen Rillen festsetzt. Ich zeige dir, wie du Malloreddus selbst formst, klassisch mit Salsiccia und Safran zubereitest und welche vegetarischen Varianten ebenfalls überzeugen.
Die wichtigsten Griffe für gelungene Malloreddus
- Teig: Hartweizengrieß, Wasser und Salz reichen für die traditionelle Pasta.
- Ruhezeit: Den Teig mindestens 30 Minuten abgedeckt entspannen lassen.
- Form: Kleine Teigstücke über ein bemehltes Gnocchi-Brett rollen, damit die typische Rillenstruktur entsteht.
- Klassische Sauce: Salsiccia, Tomate, Safran und sardischer Pecorino ergeben die kräftige Variante alla Campidanese.
- Garzeit: Frische Malloreddus brauchen meist 4 bis 6 Minuten, getrocknete Pasta deutlich länger.

Was Gnocchetti Sardi so besonders macht
Gnocchetti Sardi werden auf Sardinien meist Malloreddus genannt. Trotz des Namens handelt es sich nicht um Kartoffelgnocchi, sondern um eine kurze Pasta aus Hartweizengrieß und Wasser. Die kleinen, muschelförmigen Stücke sind fest im Biss und nehmen durch ihre Rillen besonders viel Sauce auf.
Genau diese Form entscheidet über das Geschmackserlebnis. Eine glatte Pasta würde eine schwere Wurst- oder Tomatensauce schneller verlieren, während die Rillen jeden Tropfen auffangen. Ich finde deshalb, dass Malloreddus gerade bei kräftigen Saucen mehr leisten als viele bekanntere Pastaformen.
Traditionell wird die Pasta ohne Ei hergestellt. Safran kann direkt in den Teig kommen und verleiht ihm eine warme Farbe und ein feines, leicht herbes Aroma. Für den ersten Versuch würde ich jedoch mit dem einfachen Grundteig beginnen, weil sich seine Konsistenz leichter beurteilen lässt.
Der Teig braucht nur wenige Zutaten
| Zutat | Menge für 4 Personen |
|---|---|
| Hartweizengrieß, möglichst fein gemahlen | 400 g |
| Warmes Wasser | 200 bis 220 ml |
| Salz | 1 gestrichener Teelöffel |
| Safran, optional | 1 kleine Prise oder 0,1 g |
Das Wasser sollte warm, aber nicht heiß sein. Gib es nach und nach zum Grieß, denn jede Sorte nimmt Flüssigkeit etwas anders auf. Der Teig ist richtig, wenn er glatt, fest und kaum klebrig ist. Fühlt er sich brüchig an, fehlen teelöffelweise einige Tropfen Wasser.
- Hartweizengrieß und Salz in einer Schüssel mischen.
- Das warme Wasser langsam einarbeiten und alles zu einem festen Teig verkneten.
- Den Teig etwa 8 bis 10 Minuten kräftig kneten, bis er elastischer wird.
- Zu einer Kugel formen, abdecken und mindestens 30 Minuten ruhen lassen.
Die Ruhezeit ist kein Nebenschritt. Sie sorgt dafür, dass der Grieß Wasser aufnehmen kann und der Teig beim Formen nicht sofort zurückspringt. Bei trockener Raumluft decke ich ihn am liebsten mit einer leicht feuchten Schüssel oder Folie ab.
Malloreddus von Hand formen
Teile den Teig in mehrere Stücke und rolle jedes Stück zu einer dünnen, etwa 1 bis 1,5 Zentimeter dicken Rolle. Schneide davon kleine Stücke von ungefähr 1 Zentimeter Länge ab. Größere Stücke wirken zwar rustikaler, brauchen aber länger und werden in der Mitte leichter fest.
Drücke jedes Teigstück mit dem Daumen über ein bemehltes Gnocchi-Brett oder die Rückseite einer feinen Reibe. Rolle es dabei leicht nach vorn, sodass eine kleine Mulde mit Rillen entsteht. Ein traditionelles Rillenbrett ist hilfreich, aber kein Muss. Eine Gabel funktioniert ebenfalls, nur wird das Muster etwas gröber.
Lege die fertigen Stücke nebeneinander auf ein bemehltes Tuch oder ein Holzbrett. Sie sollten sich nicht berühren. Ich lasse die frische Pasta anschließend 15 bis 30 Minuten antrocknen, weil sie dann beim Kochen stabiler bleibt und weniger zusammenklebt.
Für einen Vorrat kannst du die ungekochten Malloreddus portionsweise einfrieren. Zuerst die Pasta einzeln auf einem Brett vorfrieren, danach in einen Behälter geben. So hält sie sich etwa einen Monat, ohne zu einem großen Klumpen zu werden.
Der Klassiker alla Campidanese mit Salsiccia
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Gnocchetti Sardi | 400 g frisch oder 320 g getrocknet |
| Salsiccia oder grobe italienische Bratwurst | 300 g |
| Passierte Tomaten | 500 g |
| Zwiebel | 1 mittelgroße |
| Olivenöl | 2 Esslöffel |
| Safran | 1 kleine Prise |
| Sardischer Pecorino | 50 bis 70 g, frisch gerieben |
- Die Zwiebel fein würfeln und im Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig braten.
- Die Wurst aus dem Darm drücken, grob zerkleinern und 5 bis 7 Minuten anbraten.
- Passierte Tomaten hinzufügen und die Sauce etwa 25 Minuten sanft köcheln lassen.
- Safran in 2 Esslöffeln warmem Wasser auflösen und in die Sauce rühren.
- Die Pasta in reichlich Salzwasser kochen, dabei etwa 100 ml Kochwasser auffangen.
- Malloreddus mit der Sauce vermengen und bei Bedarf mit Kochwasser cremig binden.
- Mit Pecorino servieren und erst am Tisch nachwürzen.
Bei der Wurst lohnt sich eine grobe, nicht zu magere Sorte. Sie gibt der Sauce Fett und Würze, die später durch das stärkehaltige Kochwasser gebunden werden. Ist die Salsiccia stark gewürzt, solltest du mit Salz und Pecorino zurückhaltend umgehen, sonst wird das Gericht schnell zu salzig.
Der Safran soll die Sauce nicht dominieren. Er bringt eher eine warme Tiefe in das Ragù, während Tomate und Wurst im Vordergrund bleiben. Wer keinen Safran zur Hand hat, kann ihn weglassen, sollte dann aber nicht versuchen, die Farbe mit Kurkuma zu imitieren.
Garzeit und Saucenbindung entscheiden über den Biss
Frische Malloreddus kommen in sprudelndes Salzwasser und sind meist nach 4 bis 6 Minuten al dente. Getrocknete Gnocchetti Sardi brauchen je nach Hersteller ungefähr 10 bis 15 Minuten. Die Packungsangabe ist hier zuverlässiger als eine pauschale Zeit, denn Größe und Trocknung unterscheiden sich deutlich.
Rühre die Pasta in den ersten Minuten vorsichtig um, damit sie nicht am Topfboden klebt. Gieße sie nicht vollständig trocken ab. Ein Teil des Kochwassers macht die Sauce geschmeidig und hilft, Öl, Tomate und Käse miteinander zu verbinden.
Ein häufiger Fehler ist, die Pasta direkt auf dem Teller mit Sauce zu übergießen. Besser ist es, die Malloreddus eine Minute in der Sauce zu schwenken. Dadurch haftet sie besser, nimmt Geschmack auf und bleibt trotzdem bissfest.
Zu viel Wasser in der Sauce ist ebenfalls problematisch. Gib zunächst nur zwei bis drei Esslöffel Kochwasser hinzu und entscheide danach, ob mehr nötig ist. Eine gute Sauce soll die Pasta umhüllen, nicht am Tellerrand verlaufen.
Vegetarische Varianten und passende Begleiter
Für eine fleischlose Version kannst du die Salsiccia durch gebratene Pilze, Fenchel oder Zucchini ersetzen. Besonders kräftig wird die Kombination aus Tomate, Aubergine und Pecorino. Die Gemüsewürfel sollten separat gebraten werden, damit sie Röstaromen entwickeln und nicht in der Sauce verkochen.
Eine schlichte Variante mit Butter, Salbei und Parmesan funktioniert ebenfalls, ist für diese Pastasorte aber weniger typisch. Ich würde sie eher dann wählen, wenn die Malloreddus selbst mit Safran aromatisiert sind und ihr Geschmack im Mittelpunkt stehen soll.
| Variante | Passt besonders gut, wenn du ... |
|---|---|
| Alla Campidanese | eine kräftige, sardische Hauptmahlzeit möchtest |
| Tomate und Gemüse | eine vegetarische und frische Sauce bevorzugst |
| Salbei und Butter | die Pasta selbst geschmacklich hervorheben möchtest |
| Pecorino und Safran | eine würzige, cremige Sauce ohne Fleisch suchst |
Zur klassischen Wurst-Tomatensauce passt ein sardischer Rotwein mit genügend Frucht und Würze, etwa ein junger Cannonau. Bei der vegetarischen Version darf der Wein leichter sein. Ein trockener Vermentino bringt Frische und schneidet angenehm durch die salzige Käsenote.
So wird aus einfachem Teig ein sardisches Pastagericht
Für ein überzeugendes Ergebnis brauchst du keine Spezialküche. Entscheidend sind ein fester Teig, sauberes Formen und eine nicht zu flüssige Sauce. Wenn die ersten Stücke unregelmäßig aussehen, ist das kein Problem. Die Rillen müssen nicht perfekt identisch sein, solange sie Sauce aufnehmen können.
Mein wichtigster Tipp lautet, die Pasta nicht zu groß zu machen und sie nach dem Formen kurz antrocknen zu lassen. So bleibt der Biss angenehm fest, während die Sauce ihren Platz in jeder kleinen Mulde findet. Genau darin liegt der Reiz dieses sardischen Klassikers.