Burrata selber machen mit cremiger Stracciatella

Anna Sauer .

4. Juli 2026

Ein Stück geröstetes Brot mit cremiger Burrata, Kirschtomaten und Basilikum. So einfach kann burrata selber machen sein!

Beim Anschneiden soll die Hülle sanft nachgeben und eine cremige Füllung aus Mozzarellafäden und Sahne freigeben. Wer Burrata zu Hause herstellen möchte, braucht deshalb nicht nur gute Zutaten, sondern vor allem ein Thermometer, etwas Geduld und ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt beim Ziehen. Ich zeige dir, welche Milch funktioniert, wie Stracciatella entsteht, wie du die Käsetasche formst und warum selbst gemachte Burrata am besten sehr frisch gegessen wird.

Die wichtigsten Punkte für cremige Burrata aus eigener Herstellung

  • Milch aus dem Kühlregal verwenden, möglichst frisch pasteurisiert und nicht ultrahocherhitzt.
  • Für etwa 3 bis 4 kleine Burrate reichen 2 Liter Vollmilch und rund 125 ml Sahne.
  • Die Käsemasse wird bei etwa 80 bis 85 °C heißem Wasser formbar und elastisch.
  • Der Käsebruch ist bereit, wenn er im Dehntest glatt und lange Fäden bildet.
  • Selbst gemachte Burrata schmeckt am besten am Herstellungstag oder innerhalb von 24 Stunden.

Was Burrata von Mozzarella unterscheidet

Burrata besteht aus einer dünnen Hülle aus Pasta filata, also gezogener Käsemasse, und einem weichen Inneren. Diese Füllung heißt Stracciatella und besteht aus feinen Mozzarellafäden, die in Sahne liegen. Genau deshalb ist Burrata nicht einfach besonders weicher Mozzarella, sondern ein gefüllter Frischkäse mit zwei unterschiedlichen Texturen.

Für die Herstellung zu Hause teile ich den Käsebruch gedanklich in zwei Portionen. Etwa ein Drittel wird zu Fäden gezogen und mit Sahne vermischt. Die übrigen zwei Drittel formen später die Hülle. Dieses Verhältnis ist kein starres Gesetz, funktioniert für kleine Burrate aber sehr zuverlässig.

Die geschützte Bezeichnung Burrata di Andria steht für ein Erzeugnis aus Apulien. Für den Hausgebrauch musst du natürlich nicht in Apulien produzieren, aber die grundlegende Idee bleibt dieselbe. Die Füllung wird von Hand zerpflückt und in Sahne getränkt, bevor sie in eine warme Käsetasche kommt.

Die richtigen Zutaten und ihre Aufgabe

Bei diesem Käse entscheidet die Warenkunde stärker als bei vielen anderen Rezepten über den Erfolg. Besonders die Milch ist wichtig, denn H-Milch kann beim Gerinnen und Ziehen problematisch sein. Ich kaufe am liebsten frische Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fett und verwende pasteurisierte Sahne mit 30 bis 35 Prozent Fett.

Zutat Menge Worauf es ankommt
Frische Vollmilch 2 Liter Nicht ultrahocherhitzt, möglichst nicht homogenisiert
Zitronensäure 3 g In 100 ml kaltem Wasser auflösen
Flüssiges Lab Nach Packungsangabe, meist etwa 0,5 ml Mit etwas kaltem Wasser verdünnen
Sahne 125 ml Pasteurisiert, nicht gesüßt, gut gekühlt
Salz Etwa 8 bis 10 g Für Stracciatella und das heiße Wasser

Lab enthält Enzyme, die das Milcheiweiß zu einem festen Käsebruch verbinden. Die Zitronensäure senkt den pH-Wert und sorgt dafür, dass sich die Masse später ziehen lässt. Lab ist nicht automatisch vegetarisch, denn viele Produkte werden aus tierischen Enzymen gewonnen. Wer darauf achtet, nimmt mikrobielles Lab und prüft trotzdem die Kennzeichnung.

Du brauchst außerdem einen großen Topf, ein präzises Küchenthermometer, ein langes Messer, eine Schaumkelle, ein feines Tuch, zwei große Schüsseln und hitzebeständige Handschuhe. Die Handschuhe sind kein Luxus. Die Käsemasse ist heiß, klebrig und lässt sich mit bloßen Händen nur kurze Zeit angenehm bearbeiten.

Den Käsebruch vorbereiten und richtig ziehen

Erwärme die Milch langsam auf 35 bis 37 °C. Rühre die verdünnte Zitronensäure ein und lasse die Milch etwa fünf Minuten stehen. Gib danach das verdünnte Lab dazu, rühre nur kurz und halte den Topf anschließend vollkommen ruhig.

Nach ungefähr 20 bis 30 Minuten sollte sich eine puddingartige Gallerte gebildet haben. Schneide sie mit einem langen Messer in Würfel von etwa 2 Zentimetern. Warte weitere fünf Minuten, damit sich die Schnittflächen schließen, und hebe die Stücke anschließend vorsichtig mit der Schaumkelle aus der Molke.

Der Käsebruch darf jetzt in einem mit Tuch ausgelegten Sieb abtropfen. Drücke ihn nicht kräftig aus, sonst wird er trocken und lässt sich später schlechter ziehen. Ich achte besonders darauf, die Würfel nicht zu klein zu schneiden oder aggressiv umzurühren, denn zu trockener Bruch ergibt zähe statt elastische Burrata.

Der Dehntest entscheidet über den richtigen Zeitpunkt

Erhitze Wasser in einem zweiten Topf auf etwa 80 bis 85 °C. Nimm ein kleines Stück Käsebruch, lege es für ungefähr fünf Minuten in das heiße Wasser und ziehe vorsichtig daran. Wenn es glatt und ohne Brösel lange Fäden bildet, ist die Masse bereit.

Reißt das Stück sofort, ist der Bruch meist noch nicht ausreichend gesäuert. Gib ihm weitere 10 bis 15 Minuten und wiederhole den Test. Wird die Masse gummiartig oder löst sie sich in kleine Stücke auf, war sie möglicherweise zu heiß oder zu lange im Wasser. Die Temperatur ist hier wichtiger als eine starre Zeitangabe.

Fäden für die Stracciatella herstellen

Teile ungefähr ein Drittel des warmen Bruchs ab. Ziehe ihn im heißen Wasser zunächst zu einem glatten Strang von etwa 2 bis 3 Zentimetern Dicke. Lege den Strang kurz in kaltes Wasser, damit er fest wird, und zupfe ihn anschließend quer in dünne, unregelmäßige Fäden.

Gib die Fäden in eine Schüssel, salze sie leicht und übergieße sie mit der kalten Sahne. Vermische alles vorsichtig und lasse die Stracciatella 10 bis 15 Minuten durchziehen. Die Sahne soll die Fäden umhüllen, aber nicht vollständig in eine flüssige Sauce verwandeln.

Die Burrata füllen und verschließen

Erwärme nun den restlichen Käsebruch im heißen Wasser und ziehe ihn glatt. Teile ihn in drei oder vier Portionen und forme aus jeder Portion eine Kugel. Drücke eine Kugel mit den Händen zu einer dünnen Scheibe aus, ungefähr so groß wie deine Handfläche.

Lege zwei bis drei Esslöffel Stracciatella in die Mitte. Ziehe den Rand der warmen Käsefolie rundherum nach oben, während du die Füllung mit den Fingern leicht nach unten schiebst. So entsteht die typische kleine Tasche mit einem schmalen Hals.

Wenn der Hals nicht sauber schließt, tauche nur den oberen Rand für wenige Sekunden in das heiße Wasser. Danach lässt sich die Masse meist zusammenkneifen. Verschließe die Burrata sofort und lege sie in kaltes, leicht gesalzenes Wasser. Dort kühlt sie ab und behält ihre Form.

Das Formen gelingt zu zweit deutlich leichter. Eine Person hält die Käsetasche, während die andere die Füllung einfüllt. Allein funktioniert es ebenfalls, aber ich würde dann kleinere Burrate machen, weil eine große Tasche deutlich schneller reißt.

Typische Fehler bei der Herstellung vermeiden

Die Milch gerinnt nicht: Häufig liegt es an H-Milch, zu wenig Lab oder einer ungenauen Temperatur. Prüfe zuerst die Dosierung des verwendeten Labs, denn die Konzentration unterscheidet sich von Produkt zu Produkt.

Der Käsebruch lässt sich nicht ziehen: Dann stimmt meist die Säuerung nicht. Der Dehntest ist zuverlässiger als die Uhr. Erwärme den Bruch nicht einfach immer weiter, sondern gib ihm Zeit und teste erneut.

Die Hülle reißt beim Füllen: Die Käsefolie war zu dünn, zu kalt oder wurde zu stark gedehnt. Eine Hülle von ungefähr 2 bis 3 Millimetern ist für Anfänger leichter zu verschließen als eine hauchdünne Schicht.

Die Füllung läuft heraus: Zu viel Sahne macht die Tasche instabil. Beginne mit zwei Esslöffeln pro kleiner Burrata und fülle lieber später etwas nach, statt die Hülle zu überladen.

Die Burrata schmeckt fad: Das liegt fast immer an zu wenig Salz. Die Sahne verdünnt den Geschmack, deshalb sollte die Stracciatella bereits vor dem Füllen angenehm, aber nicht stark salzig schmecken.

Frische, Aufbewahrung und passende Begleiter

Burrata ist ein empfindlicher Frischkäse. Kühle sie nach dem Formen sofort ab und bewahre sie abgedeckt bei ungefähr 4 °C im Kühlschrank auf. Für die beste Konsistenz serviere ich sie am Herstellungstag oder spätestens am nächsten Tag. Eine längere Lagerung ist bei einer hausgemachten, nicht standardisiert verpackten Burrata keine gute Idee.

Nimm sie etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Dann wird die Sahnefüllung cremiger und schmeckt deutlich voller. Auf eine heiße Pizza oder Pasta kommt die Burrata erst nach dem Garen, weil starke Hitze die feine Struktur der Füllung zerstört.

Meine liebste Kombination bleibt schlicht. Reife Tomaten, gutes Olivenöl, Meersalz, schwarzer Pfeffer und Basilikum lassen die Milch- und Sahnenoten am deutlichsten hervortreten. Auch geröstetes Sauerteigbrot, gegrillte Pfirsiche oder eine lauwarme Pasta mit Tomatensugo passen gut, solange die Burrata nicht mitgekocht wird.

Warum sich die Mühe trotz kleiner Unvollkommenheiten lohnt

Die erste selbst gemachte Burrata wird selten so gleichmäßig aussehen wie eine professionelle aus Andria. Das ist kein Problem, solange die Hülle hält und beim Öffnen eine cremige Stracciatella sichtbar wird. Milchqualität, Temperaturkontrolle und der Dehntest machen deutlich mehr aus als eine perfekte Tropfenform.

Für den ersten Versuch empfehle ich kleine Portionen aus 2 Litern Milch. So bleibt die Arbeit überschaubar, und du lernst schnell, wie sich der Käsebruch in deinen Händen verändert. Wenn die Grundtechnik sitzt, kannst du mit Büffelmilch, mehr oder weniger Sahne und unterschiedlichen Salzstufen experimentieren, ohne das Prinzip der Burrata aus dem Blick zu verlieren.

Häufig gestellte Fragen

Verwende möglichst frische, pasteurisierte Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fett. H-Milch kann beim Gerinnen und Ziehen problematisch sein; nicht homogenisierte Milch ist besonders geeignet.
Lege ein Stück Käsebruch etwa fünf Minuten in 80 bis 85 °C heißes Wasser und ziehe vorsichtig daran. Bildet es glatte, lange Fäden ohne zu bröseln, ist die Masse bereit. Reißt sie sofort, sollte der Bruch weitere 10 bis 15 Minuten säuern.
Aus 2 Litern Vollmilch und etwa 125 ml Sahne entstehen ungefähr 3 bis 4 kleine Burrate. Rund ein Drittel des Käsebruchs wird für die Stracciatella verwendet, die übrigen zwei Drittel für die Hülle.
Bewahre sie abgedeckt bei etwa 4 °C auf und verzehre sie am besten am Herstellungstag oder innerhalb von 24 Stunden. Vor dem Servieren sollte sie 20 bis 30 Minuten temperieren, damit die Sahnefüllung cremiger wird.
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Autor Anna Sauer
Anna Sauer
Mein Name ist Anna Sauer und ich beschäftige mich seit 3 Jahren intensiv mit der italienischen Küche, dem Wein und dem Aperitivo. Diese Leidenschaft hat mich schon früh gepackt, als ich die Vielfalt und Lebensfreude entdeckte, die gutes Essen und Trinken in Italien ausmachen. Auf ristorante-aldente-nuovo.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen die schönsten Seiten dieser kulinarischen Welt näherzubringen. Ich lege Wert darauf, Ihnen authentische Rezepte und Hintergrundinformationen verständlich aufzubereiten, damit Sie die Aromen Italiens auch zu Hause genießen können. Dabei ist es mir wichtig, stets aktuelle Trends zu verfolgen und die Informationen sorgfältig zu prüfen, damit Sie sich auf nützliche und verlässliche Inhalte verlassen können.
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